TroTLF 16
Unser Trockentanklöschfahrzeug
TroTLF 16-4 - hinter dieser Abkürzung verbirgt sich ein Löschfahrzeug aus den 1980er Jahren.
Ausgesprochen lautet die genaue Bezeichnung: Trockentanklöschfahrzeug. Die angefügte Zahl gibt die Förderleistung der eingebauten Feuerlöschkreiselpumpe an. Sie beträgt natürlich nicht 16 Liter, sondern 1600 Liter pro Minute. Die „4“ kennzeichnet in diesem Fall den Standort des Fahrzeugs, nämlich die Feuerwache 4 der Berufsfeuerwehr Nürnberg.
Was genau ist nun die Besonderheit des Fahrzeugs?
Es verfügt, wie die meisten Tanklöschfahrzeuge, über eine Mannschaftskabine für eine Besatzung von 6 Feuerwehr-Dienstleistenden. Natürlich ist auch ein festeingebauter Löschwasserbehälter mit 1800 l vorhanden. In Kanistern wird 120 l Schaummittel zur Erzeugung von Schaum mitgeführt. Besonders ist jedoch das dritte vorhandene Löschmittel. Es handelt sich hierbei um 750 kg Trockenlöschpulver, das sich in einem separaten Tank befindet. Im Einsatzfall wird es, vergleichbar mit einem tragbaren Handfeuerlöscher, mit einem Treibgas unter Druck gesetzt und kann mit einem oder auch beiden Pulver-Rohren abgegeben werden. Löschpulver kommt vornehmlich bei Bränden von Flüssigkeiten oder Gasen zum Einsatz und hat eine erstickende bzw. den Brandvorgang chemisch unterbrechende Löschwirkung.
In den 1960er Jahren ereignete sich eine Reihe von Bränden, wo eine größere Menge Löschpulver hilfreich gewesen wäre. Natürlich gab es damals bereits reine Pulverlöschfahrzeuge, auch die Berufsfeuerwehr Nürnberg hatte zwei, sogenannte PLF 750 auf UNIMOG-Fahrgestell in ihrem Bestand. Sie waren auf den Feuerwachen West (Reutersbrunnenstr.) und Ost (Veilhofstr.) stationiert. Die Feuerwehren wünschten sich jedoch ein Fahrzeug, das in der Lage war, die 3 wesentlichen Löschmittel - Wasser, Schaum und Pulver - mitzuführen und einzusetzen. Daher wurde der Fahrzeugtyp „TroTLF 16“ entwickelt. Dieses Fahrzeug gehörte ab etwa Mitte der sechziger Jahre bei vielen Berufsfeuerwehren und einigen Freiwilligen Feuerwehren zum Löschzug, der mit einem Löschgruppenfahrzeug und einer Drehleiter ergänzt wurde. In Nürnberg rückte der Löschzug der Berufsfeuerwehr seit 1971 mit diesen Fahrzeugen aus.
Unser Exponat wurde 1981 auf einem MAN 11.192 Hauben-Allrad Fahrgestell von der Firma Metz in Karlsruhe aufgebaut. Es hatte das amtliche Kennzeichen N-2063 und den Funkrufnamen „Florian Nürnberg 4/20/1“. Die 750kg Pulver-Löschanlage wurde aus einem Vorgängerfahrzeug übernommen. Nachdem bei der Berufsfeuerwehr in den 1990er Jahren das Löschzug-Konzept geändert wurde, kam das Fahrzeug als „28/20/1“ zum Löschzug Werderau der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg. Von den Kameraden der FF bekam es den Spitznamen „Schorschi“. Nach der endgültigen Ausmusterung wurde es für das Feuerwehrmuseum erhalten.











