Explosion einer Versuchsanlage der Maschinen-Fabrik AG Nürnberg
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Am 30. Januar nachmittags gegen 5 ¾ Uhr entstand in der Versuchshalle für Dieselmotoren der Maschinen-Fabrik AG Nürnberg eine Schmeirölexplosion. Das Feuer fand an den ölgetränken Holzgerüsten der Versuchstände und dem aus der schadhaften Ölleitung austretenden Öl reichlich Nahrung. Bei der Ankunft der Züge standen bereits der vordere Teil der großen Halle vollständig in Flammen. Aufgabe der Feuerwehr war es, in erster Linie eine Explosion der unter einem Druck von 80 Atmosphären stehenden in unmittelbarer Nähe des Hauptbrandherdes befindlichen umfangreichen Druckluftbehälter und ein Übergreifen des Feuers auf die anderen Maschinenstände zu verhindern. Seitens der Fabrikfeuerwehr waren bereits 4 Schlauchleitungen vorgenommen, während die Berufsfeuerwehr mit 8 weiteren Leitungen gegen den Brandherd vorging, sodass insgesamt 12 Leitungen in tätigkeit waren. Erst nach 1 ½ stündiger ununterbrochener Wassergabe konnte die Gefahr als beseitigt angesehen werden. Bei den Aufräumungsarbeiten wurden 3 bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leichen aufgefunden. Außerdem waren gleich zu Anfang 12 schwerverletzte Personen mittels Krankenwagen fortgeschafft worden. Von diesen starben im Laufe der Nacht und der nächsten Tage 7 Personen, sodass der Katastrophe 10 Menschenleben zum Opfer fielen.
Die Ursache wurde wie folgt festgestellt:
An der auf dem Prüfstand befindlichen doppellwirkenden Zweitakt-Dieselmaschine war ein Ventilhebel des Luftspülventils gebrochen und in einer solchen Lage geraten, dass dieses Ventil während er Zündung geöffnet blieb. Infolgedessen schlug die Flamme in die Spülluftleitung ein, entzündet das dort niedergeschlagene Öl und schlug durch den gesprengten Deckel am Ende der Spülleitung nach außen. Hier fingen dann der daneben stehende Ölbehälter sowie das Holzgerüst für die Beobachter und die ölgetränkten Kleider der Beobachter Feuer.
Verwaltungsbericht der Stadt Nürnberg 1912
Explosionsunglück MAN am 30 Jan. 1912
(zusammengefasst aus der Fränkische Tagespost 3.12.1912. Nr. 29)
Katzwanger Str. Betriebsgelände Versuchshalle Schmierölexplosion.
Bei Ankunft der Züge stand der vordere Teil der großen Halle in Flammen, das Feuer fand an den ölgetränkten Holzgerüsten und einer schadhaften Ölleitung reichlich Nahrung. Wichtigste Aufgabe war einen unter 80 Atmosphären stehenden Druckbehälter zu sichern und ein Übergreifen der Flammen auf andere Maschinenstände zu verhindern. Die Fabrikfeuerwehr hatte schon 4 Schlauchleitungen vorgenommen, die Berufsfeuerwehr nahm weitere 8 Leitungen (insgesamt 12) vor. Bei den Aufräumarbeiten wurden 3 bis zur Unkennlichkeit verkohlte Leichen gefunden. Außerdem waren gleich zu Anfang 12 schwerverletzte Personen mittels Krankenwagen fortgeschafft worden, von diesen starben im Laufe der Nacht und des nächsten Tages 7 Personen, sodaß 10 Menschenleben der Katastrophe zum Opfer fielen. Ein Defekt an einem Prüfstand hatte das Unglück verursacht.






