Feuerwache 2

Durch den Neubau der Feuerwache West (Heute Feuerwache 1) in den Jahren 1900 – 1902 trug man für einen ausreichenden Feuerschutz des gesamten westlichen Stadtteiles Sorge. In den östlichen Stadtteilen dagegen war bis zum Jahre 1909 noch keine Verbesserung des Feuerschutzes erreicht. Dieser Umstand zwang die Stadt zu einem entsprechenden Handeln, in der Weise, dass auf einem an der Veilhofstrasse gelegenen Grundstück die Feuerwache Ost (FW 2) geplant wurde. Sie wurde an einer Verbindungsstraße über die Pegnitz in die südlichen Stadtteile geplant, die Straße wurde aber aufgrund der Auswirkungen des 1. Weltkrieges nicht mehr gebaut.

 

Lageplan FW 2

 

Der im Jahre 1910 begonnene Bau der Feuerwache Ost wurde am 2. Februar 1912 vollendet und am 1. November 1912 bezogen.

Die Baukosten betrugen ohne Grundstück 186000 Mark.

Die Wache, an der Veilhofstraße gelegen, ist zur Erzielung einer bequemeren Ausfahrt 15 m hinter der Bauflucht zurückgeschoben, das Grundstück ist von der Straße durch einen Zaun abgeschlossen. Im Erdgeschoss befindet sich die Halle für die Angriffsfahrzeuge mit drei Ständen; daran schließen sich ein Schlafraum für die Fahrer sowie zwei Magazine, während im zurückliegenden rechten Seitenflügel die Schlosser- und Schreinerwerkstätte untergebracht ist.

 

Wachgebäude FW 2

 

Im Kellerschoß ist eine weitere Halle mit 3 Ständen vorhanden, welche als Unterstandsraum und Reparaturwerkstätte für Spreng- und Kehrichtwagen benutzt wird. Diese Anordnung von zwei unter einander liegenden Hallen musste aus wirtschaftlichen Gründen infolge der Abschüssigkeit des Baugeländes gewählt werden. An die untere Halle schließt sich die Schlauchmacherei mit dem Trockenturm an, um den sich das zu der oberen Fahrzeughalle und den Mannschaftsräumen führende Nebentreppenhaus lagert.

 

Rückansicht FW 2

 

Die Ostfront dieses Treppenhauses ist als Steigerhaus ausgebildet. Im rechten Seitenflügel des Kellergeschosses ist die Schmiede untergebracht. Außerdem liegen in diesem Geschoss noch die Heizräume für die Bedineinrichtungen und die Warmwasserheizung.

 

1. Obergeschoss

 

Der erste Stock umfasst das Dienstzimmer des Brandmeisters, Telegraphenzimmer, Tages- und Schlafräume der Chargierten und Mannschaften, Küche, Wasch- und Baderäume, Akkumulatoren- und Schaltraum für die Schwachstromanlagen. Das Telegraphenzimmer ist mit der darunter liegenden Fahrzeughalle durch ein Depeschenrohr verbunden. Durch dieses werden die Feuerdepeschen in einer Blechkapsel beim Alarm in die Fahrzeughalle befördert, wo sie in einem neben dem ersten Fahrzeug angebrachten Drahtkorb aufgefangen werden. Der zweite Stock enthält außer einigen Nebenräumen die Wohnung des Brandmeisters.

Vor der Rückfront des Gebäudes befindet sich in der Höhe des Kellergeschosses ein 14 m breiter Hof mit anschließendem schmalen Garten. Vorder- und Hinterhof, die einen Höhenunterschied von 4 m haben, sind zu beiden Seiten des Gebäudes durch Rampen verbunden.

Die entgültige Inbetriebnahme der Wache konnte wegen Verzögerungen in der Lieferung der beiden automobilen Löschgeräte, Pumpenwagen und Leiter, im Jahre 1912 nicht mehr erfolgen. Der Löschdienst wurde während dieser Zeit noch von der Hauptfeuerwache aus versehen, wozu der im Dezember gelieferte und auf der Ostwache untergebrachte automobile Rettungswagen herangezogen wurde.

Zum Wachvorsteher und Brandmeister der neuerbauten Feuerwache Ost wurde der Dipl.-Ing Rudolph Bethke gewählt, der seinen Dienst am 12. September 1912 antrat und die Wohnung in der Feuerwache am 20.Dezember 1912 bezog.

Verwaltungsbericht 1912

Ansicht von der Pegnitz

Aufnahme der Feuerwache Ost (ca. 1930) von der Wiese an der Pegnitz. Sie zeigt Feuerwehrmänner bei der körperlichen Ertüchtigung.

Wie der gesamte Stadteil Wöhrd und Schoppershof, wurde die Feuerwache 2 bei den Luftangriffen im 2. Weltkrieg stark zersört. Die unteren Aufnahmen zeigen leichte Beschädigungen der Gebäude. 

Kleine Kriegschäden

Hauptgebäude

Nebengebäude

Bei dem Luftangriff vom 11. August 1943 wurde das Hauptgebäude der Feuerwache massiv beschädigt.

FW 2

FW 2

Durch die massiven Bomenschäden konnte das Hauptgebäude nur provisorisch genutzt werden. 1948 wurde mit der Planung des Wiederaufbaues begonnen. Im Seitenanbau wurde ein Zwischengeschoss eingezogen um den erhöhten Platzbedarf gerecht zu werden. 1950 konnte die Wache wieder bezogen werden.

1972 wurde am Nebengebäude die Schlauchwäsche mit Schlauchlager angebaut.

feuerwache 2 schlauchwerkstatt

1990 wurde im östlichen Bereich noch ein Garagentrakt mit 3 Stellplätzen gebaut.

FW 2

FW 2

Feuerwache 2

Heute versehen auf der Feuerwache 2 ;18 Feuerwehrmänner ihren Einsatzdienst. Sie sind in den auf der FW 2 angesiedelten Werkstätten während Ihrer Dienstzeit beschäftigt. Weiterhin beherbergt die Wache 2 die Höhenrettungsgruppe. Sie sind auf Einsätze bei Hoch- und Tiefbauunfällen spezialisiert und werden wie die Tauchergruppe der Wache 4 im Bedarfsfall mit dem Hubschrauber der Bayerischen Polizeihubschrauberstaffel oder dem Hubschrauber der Rettungsflugwacht zu ihren Einsatzstellen geflogen.

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02.06.2012
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