Grundsteinlegung 12. April 1935
Am 28. April 1935 wurde anlässlich des 60 jährigen Jubiläums der Berufsfeuerwehr ein Gedenkstein für die 139 in den Weltkriegen gefallenen Kameraden und der 6* im Feuerwehrdienst tödlich verunglückten Kollegen / Kameraden eingeweiht. *(Stand 1935)
Auszüge aus der Festrede zur Einweihung des Ehrenmals von Branddirektor Bethke.
( ... ) Jeder Feuerwehrmann muss täglich und stündlich seine Gesundheit, sein Leben einzusetzen bereit sein, wenn seines Mitmenschen Hab und Gut, Leib und Leben bedroht sind.
Diese Opferbereitschaft hat die Nürnberger Feuerwehr immer bewiesen, solange sie besteht. Viele Kameraden haben im Feuerwehrdienst ihre Gesundheit darangegeben, sind einem führen Siechtum verfallen, 6 * brave Wehrmänner aber starben seit dem Bestehen der Wehr den Tod des unerschrockenen, selbstlosen Helfers auf der Brandstelle. *(Stand 1935, siehe Auflistung )
( ... ) Zum ewigen Gedächtnis an die im Feuerwehrdienst tödlich Verunglücken und die im Weltkrieg gefallenen Kameraden haben die Feuerwehrmänner Nürnbergs hier an dieser Stelle ein Ehrenmal errichtet.
In Ehrfurcht neigen wir uns vor denen, die in treuester Pflichterfüllung ihr Leben hingaben.
Zugleich soll das Ehrenmal aber auch ein Dankopfer sein für die Hinterbliebenen unserer Kameraden. Sie gaben den Gatten, den Vater und Ernährer ihrer Kinder, sie gaben den Sohn und die Stütze ihres Alters, sie gaben den treu sorgenden Bruder der Vaterstadt, dem Vaterland. Sie trugen herben Verlust und bitteres Leid groß in großer Zeit. Dank ihnen für alle Zeiten.
Schöpfer des Ehrenmals ist der Nürnberger Bildhauer und Erzgießer Oswald Brückner. Unser heißer Dank für sein Werk sei ihm auch an dieser Stelle dargebracht.
Die Kosten für das Ehrenmal wurden aufgebracht durch die Opferwilligkeit jedes einzelnen Feuerwehrkameraden. Dank ihnen allen.
Ich danke ferner im Namen der gesamten Feuerwehr dem städtischen Hochbauamt und dem Stadtgartenamt für die wertvolle Hilfe bei den Vorarbeiten, bei der Bauleitung und bei der Platzgestaltung.
Ganz besonderen Dank aber schulden wir schließlich allen den Gästen, die heute zu unserer Weihestunde erschienen sind und damit ihre Verbundenheit mit uns bekunden. ( ... )
Im Dienst verunglückte Kollegen und Kameraden
Lämmermann Johann, Freiwillige Turn- und Feuerwehr Abt. I
(Beim Brand in der Rotschmiedsdrechslermühle am 28. Februar 1868 * ertrank Johann Lämmermann beim Einlegen eines Saugschlauches in der Pegnitz)
*(In den Aufzeichnungen von Franz Wolfermann wird der 25.Februar 1868 genannt.)
Lunz Johann und Rögner Michael, Freiwillige Turn- und Feuerwehr Abt. I *
(* Verschiedene Angaben, an anderer Stelle Bauhandwerker - Companie)
(Bei einem Gebäudeeinsturz am 12. November 1873 in der Peuntgasse 6 wurden die beiden Feuerwehrleute unter einer eingestürzten Wand begraben und verstarben an der Einsatzstelle.)
Maderer Christian, Freiwillige Turner - Feuewehr Abt. II
(Am 12. Januar 1909 ereignete sich auf der Rückfahrt von einem Balkenbrand ein bedauerlicher Unfall. In der Bahnhofstraße wurde der Gerätewagen der Hauptfeuerwache an einen Baum geschleudert, wobei der Führer des Fahrzeuges Christian Mäderer der Freiwilligen Turner - Feuerwehr Abt. II mit dem Kopf zwischen die Sprossen der auf dem Leitergerüst befestigten Augsburgerleiter geriet und hierbei so schwere Verletzungen erlitt, dass der Tod sofort eintrat.)
Friedrich Paul, Freiwillige Turner - Feuerwehr Abt. II
(Bei einem Großfeuer am 22. August 1918, im Sägewerk Braun (Nürnberg-Doss), wurden die Feuerwehrmänner Rubein, Steingruber und Friedrich durch eine herabstürzende niedrige Brandmauer verschüttet. Büttnermeister Paul Friedrich wurde hierbei so unglücklich an der Wirbelsäule getroffen, dass er am 16. Oktober 1918 nach 8 Wochen Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen verstarb.
Der Kaminkehrermeister Steingruber erlitt einen doppelten Knöchelbruch, der Betriebsbeamte Rubein einen Rippenbruch und leichtere Prellungen am Kopf und Rücken.)
Lamprecht Baptist, BF - Hauptwache
(Am 23. November 1921, Abends gegen 10 Uhr wurde die Hauptfeuerwache mittels Fernsprecher in die Marienstraße 3 gerufen. Da kurz nach der Abfahrt des 1. Zuges der Türmer hellen Feuerschein meldete, rückten sofort die Züge der Ost- und Westwache nach. Beim Eintreffen der ersten Einheiten, schlugen bereits Flammen aus dem 1. und 2. Stock einer Hopfenhalle der Geb. Rosenfeld. Insgesamt wurden von den drei Löschzügen, 3 B- und 7 C-Leitungen über den Treppenraum und teilweise über Leitern vorgenommen.
Die Aufräumungsarbeiten zogen sich bis Mitte des nächsten Tages hin. Dabei stürzte der Feuerwehrmann Baptist Lamprecht vom Dachgeschoss in den 2. Stock und zog sich sehr starke Prellungen am Rücken zu. Baptist Lamprecht verstarb am 1. November 1924 an dieser Verletzung)
Johann Engerer, BF - Ostwache
(Bei einem Brand am 20. April 1925 im Donautiegelwerk brach der Oberfeuerwehrmann Johann Engerer bei der Suche nach Brandnestern durch einen Blindboden. Dabei zog er sich eine breite klaffende Kopfplatzwunde und eine schwere Verletzung der Wirbelsäule zu. Johann Engerer verstarb am 30. April 1925 an dieser Verletzung.)
Heil Vitus, BF - Westwache
(Verunglückte am 28. Oktober 1937 bei einer Dienstfahrt)
Strehletz Georg Wilhelm, BF - Ostwache
(Bei einer Rauchgasentzündung am 29. Mai 1977 wurde Hr. Stehletz schwer verletzt und verstab am 09. Juni 1977 im Krankenhaus. Siehe Link)
Wild Johann, BF - Westwache
(Opfer des NS Regime, ermordet 1941 in München - Stadelheim. Siehe Link)
Nicht auf dem Ehrenmal
Hans Zimmet (Freiwillige Feuerwehr Kornburg, 1943 war Kornburg noch eine eigenständige Gemeinde)
(Nach einem Luftangriff auf Nürnberg, wurde die FFW Kornburg zur Löschhilfe ins Stadtgebiet gerufen. Dabei kam es zu einem Einsturz, bei dem Hans Zimmet tödlich verunglückte.)






