Die Entwicklung von spezieller Einsatzbekleidung ist nicht sehr alt, in den Anfangsjahren der Feuerwehr wurde auf spezielle Einsatzkleidung kein Wert gelegt. Die Uniform sollte dekorativ und kleidend sein, hatte aber hinsichtlich ihres Einsatzwertes keine Bedeutung. Wenn man sich die Situation in der heutigen Zeit ansieht, dass jede Feuerwehr in Bezug auf ihre Bekleidung seine eigenen Vorstellungen verwirklicht, so war dies früher nicht anders gewesen. Es ist deshalb sehr schwierig sogar fast unmöglich sich ein genaues Bild der historischen Feuerwehrbekleidung zu machen. In der Frühgeschichte des Löschwesens gab es keine Feuerwehr im herkömmlichen Sinn, sondern es wurden Handwerker, nach ihrem Standes und Zunftzugehörigkeit im Falle eines Brandes zum Feuergehorsam gerufen. Für sie gab es weder Uniform noch besondere Schutzbekleidung. Jeder trug bei einem Feuer das Kleidungsstück, das er soeben anhatte. In den ersten Feuerlöschordnungen wurde nie spezielle Kleidung erwähnt. Erst in einer Aufzählung von Geräten 1544 wurde zum ersten Mal von 4 Pickelhauben berichtet. Diese Hauben dienten jedoch nur dazu, die Einsatzleiter und Kommandanten an der Brandstelle kenntlich zu machen. Mit der Entstehung von den ersten Turnerfeuerwehren wurde auch an eine eigene Feuerwehruniformen gedacht. Diese Uniformen sollten jedoch keinen militärisch Charakter aufweisen , den die Turnerfeuerwehren wurden von der Staatsmacht überwacht, da sie in deren Augen eine politische Verbindung darstellten. Turneruniform Anfang 1860 Anfang diese Jahrhunderts erhielten die Feuerwehruniformen wieder ein sehr militärisches Aussehen. Es ist dabei zu bemerkten, dass das Aussehen der Uniform länderspezifisch sehr unterschiedlich war. Es konnten sogar innerhalb eines Bundeslandes sehr unterschiedliche Uniformen vorkommen. Die Entwicklung der Feuerwehrhelme verlief dazu parallel, so dass es die verschiedensten Helmarten und Helmformen gab. Sie wurden jetzt nicht nur zur Zierde getragen, sonder sie dienten jetzt als wirklicher Kopfschutz. Damit ist auch zu erklären warum die Lederhelme durch Messing und Metallhelme abgelöst wurden. In der Abbildung sehen Sie eine Uniform, wie sie ca.1907 in Nürnberg getragen wurde. In der Zeit des 3. Reiches wurde versucht, eine reichseinheitliche Uniform zu schaffen. Durch das Einbinden der Feuerwehreinheiten in die Feuerschutzpolizei wurden die anfänglich dunkel gehaltenen Uniformen hellgrau. Anfang der 50iger Jahre, wurde in Bayern wieder ein einheitliche Bekleidungsordnung aufgestellt. Für die Einheiten der Freiwilligen Feuerwehren wurde der Schutzanzug Bayern 1 entworfen, der speziell für den Einsatzdienst diente. Als sogenannte Ausgehuniform diente der blaue Rock mit schwarzer Hose. Die Berufsfeuerwehren verzichteten auf den Bayern 1 und rückten nur mit blauen Rock und schwarzer Hose aus, wie in der Abbildung unten zu sehen ist Bayern 2000 ; Bayern 2 ; Bayern 1 Die Weiterentwicklung im Bereich der Bekleidungstechnik und die Anpassung an die Europanormen, veranlassten die Feuerwehren Anfangs der 90ziger Jahre ein neues Bekleidungskonzept zu entwerfen. Bei den Freiwilligen Feuerwehren löste der Bayern 2000 den bis dahin Eingesetzten Bayern 2 als Schutzkleidung ab. Bei der Berufsfeuerwehr wurde eine spezielle Einsatzkleidung angeschafft. In der Abbildung unten sehen Sie rechts einen Beamten in Einsatzbekleidung um 1950, links einen Beamten in neuer Einsatzbekleidung ( Einsatzhose der Fa. Büttner, Einsatzüberjacke der Fa. HF Sicherheitskleidung ). Josef Klug 2000






